Gemeindefest 2008

Lange vor dem Fest gilt es, die Weichen zu stellen und Entscheidungen zu treffen. Behalten wir als Veranstaltungsort die Dreschhalle bei? Starten wir um 10.30 Uhr mit dem Gottesdienst? Was bieten wir an Speisen und Getränken und zu welchen Preisen? Unter welches Thema stellen wir eigentlich das Gemeindefest? Schließlich wollen wir frühzeitig mittels Plakat und auf der Rückseite des Gemeindebriefes dazu einladen. Ein Leib - viele Glieder. Das Thema passt. Das neh-men wir. Wer gestaltet das Plakat? Wer druckt die Speisekarten? Steht unser bewährtes Helferteam auch dieses Jahr wieder zur Verfügung? Sind allen Aufgaben verteilt? Ist an alles und jeden gedacht? Zunächst nichts als Fragen und Aufgaben, die zu verteilen und erledigen sind.

Dann ist es soweit. Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit. Der Aufbau kann beginnen. Freitagabends wer-den Tische und Bänke positioniert, Tischdecken aufgezogen, Besteck und Geschirr vorgerichtet, Gläser bereitgestellt, Getränke in den Kühlschränken verstaut, die Check-liste abgehakt.

Am Samstagvormittag bekommt die Dreschhalle den letzten Schliff. Die Lautsprecher, Verstärker und Mik-rofone werden aufgebaut und getes-tet. Jedes Kabel findet seinen An-schluss. Eins läuft ins Andere. Der Blumenschmuck wird liebevoll ar-rangiert und die Tische dekoriert.

Der Altar wird zum Blickfang auf der Bühne. Für den Posaunenchor werden Stühle aus dem Gemeinde-haus geholt. Für die Kindergarten-kinder stehen Bänkchen bereit. Die Eistheke wird angeliefert, aufge-stellt und eingeschaltet. Zusätzliche Stromkabel werden verlegt. Jede Menge Utensilien werden vom Ge-meindehaus in die Dreschhalle ge-schleift. Um die Mittagszeit heißt es: Es ist angerichtet. Das Fest kann beginnen.

Zehn Uhr Sonntagmor-gen. Ganz allmählich füllt sich die Dresch-halle. In der Küche duftet es nach Pommes und Gebratenem. Die Hel-ferteams sind schon seit einer Stun-de im Einsatz. An den Kassen wer-den die ersten Bons für das Mittag-essen und Getränke erworben. Um 10.30 Uhr ist die Dreschhalle gut gefüllt. Der Gottesdienst kann beginnen. Pfarrer Wielandt eröffnet den Gottesdienst, begrüßt die Gottes dienstbesucher und bedankt sich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulis-sen.

Der Posaunenchor sorgt für die mu-sikalische Umrahmung und beglei-tet den Gesang der Gemeinde. Im Mittelpunkt der Predigt steht der Leib mit seinen Gliedern. Jedes ein-zelne Glied hat seine Aufgabe und Funktion. Der Leib soll das Zu-sammenspiel gewährleisten und für die Verbundenheit sorgen. Einer für alle, alle für einander - so funktio-niert auch das Gemeindeleben. Alle sind wichtig und keiner steht über dem andern.

Das Anspiel der Mäd-chenjungschar, der Liedbeitrag der Kiddy-Kids zusammen mit den Kindergottesdienstkindern und Mädchenjungschar runden das Thema "Ein Leib - viele Glieder" ab und zeigen nochmals sehr an-schaulich, dass es auf jedes Glied ankommt, keines das andere erset-zen kann, und das Ganze leidet, wenn eines leidet.

Die Jungbläser Philipp Waldenmei-er und Jan Ernst erhalten eine Ur-kunde und werden offiziell in den Posaunenchor aufgenommen. Mit einem Choral bereichern sie den Gottesdienst und stellen ihr Können unter Beweis. Der Posaunenchor be-schließt den Gottes-dienst mit ei-nem Musikbeitrag.

Kaum sind die letzten Töne verklungen, heißt es guten Appetit. Einmal Kamm-braten mit Kartoffel-salat und grünem Salat. Was darf`s noch sein? Geld wird gegen Bons eingetauscht. Teller um Teller wird angerichtet, über die Theke gereicht.

An den Tischen werden die Speisen mit Genuss verzehrt. Zufriedene und fröhliche Gesichter. Gespräche, Gelächter und Fröhlichkeit erfüllen die Halle. Die Luft im Raum steht. Die Temperatur steigt unaufhalt-sam. Eine Tasse Kaffee und ein Stückchen selbstgebackener Kuchen sind die Krönung. Schnell noch ein Los gekauft, ausgefüllt und in die Lostrommel gesteckt. Ein verstoh-lener Blick auf das Objekt der Be-gierde: Die Osterkerze 2007. Wem wird das Glück wohl zufallen? Die Sonne sticht vom blauen Him-mel. Kinder toben. Die Spielstraße lebt. Die Hüpfburg ist die große Attraktion. Unermüdlich, schweißüberströmt. Hüpfen ohne Ende ist angesagt. Immer und im-mer wieder schön. Wer kann dazu schon nein sagen! Schuhe aus und auf zur nächsten Runde.

Selbstgemachtes wechselt den Be-sitzer. Die Mädchen-jungschar bessert ihre Kasse auf. Was darf es sein? Ein bemalter Stein, ein Würfel mit Sprüchen, eine Kerze, ein Hal-ter. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Kurz vor 14.00 Uhr. Die Kindergar-tenkinder sind im Anmarsch. Die Bühne ist bereitet. Gemeinsam zie-hen die Kinder ein, präsentieren mit Musik und Tanz Fremdländisches, vertraut und vereint. Wir sind Kin-der einer Erde und wollen in Frieden miteinander leben, so das Motto ihrer Darbietungen. Unbe-fangen und offen zeigen die Kinder, unterstützt von ihren Erzieherinnen, wie einfach es ist, auf einander zu zugehen. Mit viel Beifall und mit einer Kugel Eis belohnt, ziehen die Kinder schließlich aus der Halle.

Langsam neigt sich das Fest dem Ende zu. Gespannte Gesichter ver-folgen den Griff in die Lostrommel. Nun sind die Würfel gefallen. Nur einen Augenblick noch und die Kerze findet ein neues Zuhause. Jetzt ist es soweit: Die Kerze steht künftig in der Büchenauer Straße bei Hilde Sickinger. Spontaner und kräftiger Applaus macht sich breit. Die glückliche Gewinnerin steht auf der Bühne und strahlt über das gan-ze Gesicht. Alle sind sich einig: Glück hat nur der Tüchtige, pardon, die Tüchtige.

So das war`s. Jetzt heißt es abbauen und die Halle sauber und aufge-räumt zurücklassen. Nun zeigt sich nochmals sehr eindrucksvoll, dass ein Leib und viele Glieder das A und O einer Gemeinde sind. Nur wenn alle zupacken, keiner zurück-zieht, jeder selbst- und vorbehaltlos handelt, funktioniert das Ganze. Un-terstützt von Spontanhelfern ist die Halle im Nu geräumt, alles Herge-schaffte weggefahren und verstaut. Den Abschluss bildet der Kehraus, ein letzter Blick zurück. Alle sind sich einig: Ein gelungenes und schönes Fest ist Geschichte. Was bleibt? Die Erinnerung an schöne und vergnügliche Stunden, ein harmonisches Miteinander und die Erkenntnis: unsere Gemeinde, der Leib und die Glieder leben. Das Zu-sammenspiel klappt bestens. Ebenso die Erkenntnis, dass unsere Organisationschefin, Irmtrud Gamer, ganzes Arbeit geleistet hat. Herzlichen Dank dafür. Und was steht am Schluss: Fortsetzung folgt. Auf ein Neues im nächsten Jahr. Wenn es wieder heißt: Herzlich willkommen zum Gemeindefest, hereinspaziert.

Das Beste kommt aber noch: Ein herzliches Dankeschön allen Helfe-rinnen und Helfern, unseren Gästen und allen großen und kleinen Mit-wirkenden, allen Spendern für das Selbstgebackene sowie dem Eis-spender.