im ev. Kindergarten Arche Noah in Staffort
Alles begann damit, dass im Frühjahr 2007 Hauptkommissar Geiss zu einer Teambesprechung in unseren Kindergarten kam und den Erzieherinnen die pädagogischen Inhalte und Ziele des sog. Fußgängerführerschein, oder auch Fußgängerdiplom genannt, erläuterte.
Im Team wurde dann gemeinsam beschlossen mit den Vorschulkindern im Kindergartenjahr 2007/2008 dieses Projekt durchzuführen.
Frau Dopp und Frau Hauth, die in diesem Jahr für die gruppenübergreifende Vorschularbeit zuständig sind bereiteten sich mit Unterstützung von Herrn Geiss, Herrn Reeb und Herrn Heybl darauf vor. Als Handout gab es einen Ordner, dessen Inhalt bereits in anderen Kindergärten Grundlage für das Projekt war. Nun hieß es dies auf unsere Situation in Staffort, sowohl was die Kinder im Kindergarten, als auch die straßenverkehrstechnische, betraf zu erarbeiten.
Am Dienstag, den 22.10.07 starteten wir. Herr Geiss kam zu den Kindern in den Stuhlkreis und erklärte ihnen was sie in den nächsten Wochen und Monaten alles lernen und üben würden, wie z.B. das richtige Gehen auf dem Gehweg, die Straße zu überqueren und all die wichtigen Dinge, die zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr gehören. Gemeinsam wurde besprochen, was denn alles zur Arbeit der Polizei gehört: Sie kommt, wenn eingebrochen wird, wenn jemand festgenommen wird, wenn ein Unfall passiert….. Und das war das Stichwort - Unfall -. Herr Geiss erzählte eine Geschichte von einem Mädchen, dessen Ball über die Straße gerollt war, sie lief ihm zwischen parkenden Autos hindurch hinterher und wurde von einem Auto erfasst….. Dies war die Grundlage für die folgenden pädagogischen Angebote und Aktivitäten.
Zunächst lernten die Kinder ihr Dorf Staffort anhand eines Ortsplanes genauer kennen. Wichtige Gebäude wurden mit Nadeln markiert. Wir gingen mit allen Kindern ihren Weg vom Kindergarten nach Hause. Dabei übten wir immer das richtige Überqueren der Straßen (links - rechts - links schauen) und die Regel: Stehen - Sehen - gehen. Es folgten viele spielerische Übungen zur Wahrnehmung: Wir spielten z.B. in der Turnhalle "Verkehrschaos" und merkten sehr schnell, dass es ohne Regeln nicht funktioniert. Die Kinder lernten verschiedene Verkehrsschilder kennen, die vor allem für die Fußgänger wichtig sind.
Das "Ampelspiel" diente u.a. zur Übung der optischen Wahrnehmung. Besondere Übungen zur Schulung des Gehörs folgten. Wir übten dies weiter im Straßenverkehr: Kann ich hören aus welcher Richtung ein Auto kommt? Mit geschlossenen Augen? Um was für ein Fahrzeug handelt es sich?
Das Lied: "Zebrastreifen…." Von Rolf Zuckowski, half mit den Zebrastreifen zu verstehen und das richtige Überqueren ohne Probleme zu üben. Mit dem Erarbeiten verschiedener Übungsblätter wurde das Erlernte vertieft.
Dazwischen bekamen wir auch immer wieder Besuch von "unseren Polizisten", die sich davon überzeugen wollten, dass wir uns auch richtig auf den Fußgängerführerschein vorbereiten. Sie waren sehr zufrieden mit den Vorschulkindern und den Erzieherinnen.
Natürlich waren auch die Eltern mit in das Projekt eingebunden. Bei einem gemeinsamen Eltern mit der Polizei wurden sie auf Ihre Verantwortung i und ihre Vorbildfunktion ihren Kindern gegenüber hingewiesen. Herr Geiss, Herr Reeb und Herr Heybl informierten sie umfassend und eindrücklich. Die Eltern erfuhren auch noch mehr über den Fußgängerführerschein.
Im Frühjahr besprachen wir die Bedeutung des Schutzengels. Unsere "Schutzengel" beim Fußgängerführerschein sollten die Viertklässler der Drais-Grund-Schule werden. Wir luden die Lehrerin Frau Schmidt in den Kindergarten ein und übergaben ihr einen gemalten Schutzengel mit der Bitte, die Schulkinder zu fragen ob sie unsere Schutzengel sein wollten. Bei ihrem Besuch im Kindergarten fanden sich rasch Kindergarten - und Schulkinder zusammen und begannen nun einige Male gemeinsam zu üben, worauf es beim Fußgängerführerschein ankam.
Hinzu kam noch ein gemeinsamer Mittag mit Herrn Eichsteller zum Thema: "Prävention gegen Gewalt", mit Schwerpunkt: Ich kenn Dich nicht, ich geh nicht mit bzw. Immer den Eltern Bescheid sagen, wo wir hingehen, auch wenn es nur zur Freundin oder zum Nachbarn ist.
Am 25.06.08 fand die die Generalprobe statt und am 02.07.08. starteten die Kindergartenkinder mit ihren Schutzengeln, bestens vorbereitet, die vorgegebene Strecke abzulaufen und einen Aufgabenkatalog zu erfüllen. Es konnten insgesamt 17 Punkte erreicht werden. Die Polizisten kontrollierten zusammen mit Herrn Rössler vom Vollzugsdienst, auf der vorgegebenen Route den ordnungsgemäßen Verlauf und Frau Schilling nahm die ausgefüllten Prüfungsbögen wieder in Empfang.
Endlich gegen 11:00 Uhr, hieß es: Wir sind fertig und alle haben es geschafft!
Fleißige Väter und Mütter waren inzwischen da. Und während die Fußgängerdiplome noch unterschrieben werden mussten, wurden Butterbrezeln vorbereitet, Apfelschorle gemixt, kleine Blumensträuße auf den Tischen zusammengestellt und im Garten hinter der Mauer alles für die Überreichung der Diplome gerichtet. Als dann gegen 11:45 noch mehr Eltern eingetroffen waren, Pfarrer Wielandt gekommen war, alle Kinder (Vorschulkinder und Viertklässler) im Halbrund Platz genommen hatten, konnte es losgehen: Hauptkommissar Geiss begrüßte unseren Ortsvorsteher Herr Heidt , sagte noch ein paar erklärende Worte zu diesem Projekt und dann bekam jedes Vorschulkind " seinen " Fußgängerführerschein aus den Händen von Herrn Heidt und Herrn Geiss mit einem Händedruck und lobenden Worten überreicht. Jedesmal gab es einen lauten Applaus der anwesenden Eltern und der anderen Kinder.
Nun waren die Schutzengel an der Reihe. Auch sie erhielten eine Auszeichnung, als vorbildliche, verantwortungsvolle und zuverlässige Helfer der Vorschulkinder. Herr Heidt bedankte sich mit herzlichen Worten vor allem bei den beiden Erzieherinnen Frau Dopp und Frau Hauth, der Lehrerin Frau Schmidt und bei allen Kindern. Er lobte die erfolgreiche, gemeinsame Arbeit. Mit Apfelschorle und Butterbrezeln stärkten sich nun vor allem die Kinder und es herrschte eine fröhliche Stimmung in einer entspannten Atmosphäre.
M.Dopp/M.Hauth
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