Die Kirche hat uns was erzählt!

Ein Projekt der Vorschulkinder im März 2008 anlässlich der Kulturtage der Stadt Stutensee

Zunächst wurden die Kinder darüber informiert, dass wir (bis ca. Ende März) die Arbeit an
unserem Fußgängerdiplom unterbrechen, da wir uns an den Kulturtagen der Stadt Stutensee beteiligen. Dazu haben
wir uns an vier aufeinander folgenden Dienstagen mit den Vorschulkindern zusammen gesetzt.

Und so haben wir begonnen:
Um herauszufinden, um welches Thema es sich dabei handelt, mussten die Kinder folgendes Rätsel lösen:

In unserem Ort sieht ein Haus
Ganz anders als die anderen aus.
Lang wie Schiff, das Dach ganz spitz,
ein Turm hat darauf seinen Sitz.

Schnell hatten die Kinder die richtige Antwort gefunden: "Die Kirche", und unser Thema lautet:

Die Kirche hat mir was erzählt 
Nun wurden den Kindern drei Fragen gestellt:
1. Wie sieht unsere Kirche von außen aus und wie von innen?
2. Welche Farben finden wir in unserer Kirche?
3. Was gefällt euch in unserer Kirche am besten? 
Die Antworten Ihrer Kinder waren erstaunlich, z.B. hier zur dritten Frage:
· "Da tönen die Töne so schön."
· "Die Kanzel, da wo der Herr Pfarrer immer drauf geht."
· "Die Töne."
· "Der Altar."
· "Die Töne von den Glocken."
· "Die Fenster sind schön." 
Bilderbuchbetrachtung:
"Wer wohnt in diesem Haus" 
Kreatives Tun - Gemeinschaftsarbeit:
Im Anschluss daran haben alle Kinder zusammen ein großes Bild von einer Kirche gemalt.
Das war ein ganz besonderes Erlebnis, denn ein Kind hat begonnen die Kirche zu malen, dann kam das nächste
Kind dran und immer so weiter.
Das Ergebnis haben wir dann in der Kirche aufgehängt, wo es alle Kirchenbesucher bewundern konnten. 
Beim zweiten Mal überlegten wir uns, aus welchem Anlass man in die Kirche geht:
· Am Sonntag zum Gottesdienst
· Wenn jemand gestorben ist
· Zum Beten
· Zum Singen
· Bei einer Taufe
· An Weihnachten
· Wenn jemand Hochzeit hat 
Dann machten wir uns auf den Weg, mit Bollerwagen, Sitzmatten und Rucksack, denn wir
wollten ja in der Kirche frühstücken.
Vor dem Kindergarten schauten wir, ob man von hier aus schon etwas von der Kirche sehen kann. Und
tatsächlich, von weitem sieht man schon den Kirchturm und:
· Den Gockel, der ist ganz oben
· Darunter sieht man ein goldenes Kreuz
· Darunter kann man eine goldene Kugel erkennen
· Die Uhr - gleich 2mal
· Kleine Türmchen
· Das Dach vom großen Turm, es ist schwarz
· Ein Stück Fenster
· Die rotbraune Mauer 
Bei der Kirche angekommen entdecken wir außen: Lampen, den Hahn, die Kugel, die Verzierung
an der großen Tür (Maiskolben und Blumen) und einen Kopf. Die große Tür ist der Haupteingang der Kirche, auch"
Portal" genannt. Sie besteht aus zwei Türen, die grün und schwarz sind. Die Verzierungen sind aus Eisen. Es gibt eine Seitentür mit einer Auffahrt für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer.
Wir befühlen das Mauerwerk. Der Buntsandstein fühlt sich rau an, strubbelig und glatt. Beim ersten Rundgang
zählen wir fünf Türen und mindestens acht Regenrinnen. Beim zweiten Rundgang gehen wir ganz dicht an der Kirche
entlang und bemerken, dass sie viele Ecken hat.
Mit etwas Abstand betrachten wir das Kirchendach genauer. Der Kirchturm ist mit Schindeln aus schwarzem
Schiefer gedeckt, während das Dach des Kirchenschiffes rote Ziegel hat. Wir entdecken viele Fenster: schmale
mit wenig Verzierung, größere mit viel Verzierung. Über dem Haupteingang ist ein Fenster, das sieht aus
wie ein Mandala.. Dieses Fenster geht nach Westen und abends scheint die Sonne hindurch und die Farben
des Fensters sind in der Kirche zu sehen.
Beim Eintreten in die Kirche sind wir ganz leise und sollen ganz besonders gut Hören, Sehen und Riechen.
Merken wir etwas Besonderes? Wir setzen uns vor dem Altar auf unsere Sitzmatten und erzählen was unser
erster Eindruck war: Die Kirchenglocke hat einer gehört. Die Fenster mit den bunten Mustern wurde von
einem anderen gesehen. Ein Mädchen hat die Orgel entdeckt. Und dass der Kirchenraum einen ganz eigenen Duft
oder Geruch hat wurde auch noch festgestellt.
Wir zündeten die Osterkerze an, sangen ein Lied (Gott mag Kinder….), beteten ein Tischgebet und machten ein
Picknick in der Kirche, denn nun waren wir wirklich richtig hungrig.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, kamen unsere Taschenlampen zum Einsatz. Wir spähten in alle Ecken und Winkel
des Kirchenraumes, entdeckten Interessantes unter der Treppe zur Empore und trauten uns sogar die Treppen zur
Kanzel hoch zu steigen, um von dort einen Rund- um- Blick zu haben.


Am dritten Dienstag zogen wir gegen 9:30 Uhr wieder los in Richtung Kirche. Inzwischen war uns der Weg
dorthin schon richtig vertraut. In der Kirche angekommen, frühstückten wir zuerst. Wir begannen natürlich
erst nach einem Dankgebet: " Alle gute Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von dir. Wir danken dir
dafür. Amen."
Danach ging es wieder auf Erkundung. Zunächst stiegen wir auf die eine Seitenempore und waren ganz fasziniert
wie hoch man da ist und wie gut man alles überschauen kann. Dann ging Frau Hauth mit einem Teil der Kinder
wieder hinunter, um auf die gegenüberliegende Seitenempore zu gehen. Die restliche Gruppe blieb mit Frau
Dopp da. Von oben, sahen die Kinder unten in der Kirche kleiner aus. Wir waren ganz still und lauschten,
ob wir hören konnten, wie die anderen drüben die Treppen hochstiegen. Und da kamen sie auch schon und standen
sich beide Gruppen genau gegenüber und konnten sich gegenseitig zu winken. Das war lustig! Natürlich wollten
auch die Kinder mit Frau Dopp zusammen auf die andere Empore und das machten wir dann auch. Die Kinder stellten
fest, dass die eine Treppe viel schwieriger zu gehen ist, weil sie rund ist, während die andere Treppe eine
gerade Treppe ist. Wir entdeckten die Anzeigetafel mit den Zahlen für die Lieder. Frau Hauth erklärte uns wie
Frau Friese, die Kirchendienerin vor dem Gottesdienst die Tafeln austauscht, damit die Leute dann die Nummern
der Lieder in ihrem Gesangbuch nachschlagen können. Wir sangen gemeinsam ein Lied, um zu hören wie es von hier
oben klingt.Nun wollten wir natürlich auch noch auf die Empore, wo die Orgel steht. Auch hier sind die
Treppenstufen nur am Anfang gleich breit und werden später an der Innenseite schmaler. Man muss gut aufpassen.
Ein Kind stellte fest, dass das Hinaufgehen einfacher ist, als das Hinuntergehen. Oben angekommen schauten
wir fasziniert in den vor uns liegenden Kirchenraum. Wie groß uns alles vorkam. Die Kinder bemerkten, dass
es noch mehr Anzeigetafeln gibt, insgesamt fünf. Wir bestaunten die alten Orgelpfeifen und Frau Hauth erklärte,
dass alte Orgel restauriert wird und deshalb die andere Orgel beim Gottesdienst spielt. Auch wo der Kirchenchor
seinen Platz hat erfuhren die Kinder. Im Kindergarten malte jedes Kind noch ein Mandala, das dem großen runden
Fenster unserer Kirche irgendwie ähnlich sieht.

Bei unserem vierten Besuch in der Kirche, besprachen wir den Ablauf unseres Angebotes
am kommenden Dienstag und Donnerstag, anlässlich der Kulturtage. Wir sangen unsere Lieder und Frau Dopp
erklärte dann alles weitere.
Bis Frau Friese kam probierten wir noch aus, wie Triangeln auf der Empore bei der Orgel sich anhören. Zwei
Kinder gingen mit Frau Dopp nach oben und ließen die Triangeln klingen. Die andren Kinder zeigten durch Heben
der Hände an wie lange sie den Klang hören konnten. Das war ganz schön viel länger als unten in der Kirche.
Toll!
Wir stellten uns im Kreis um den Altar und sangen unser Lied: Wir sind Kinder einer Welt…. Bei den letzten
Strophen kam Frau Friese dazu.
Sie erzählte uns von Ihren Aufgaben als Kirchendienerin. Dazu gehören: Das Saubermachen der Kirche,
das ordentliche Hinlegen der Sitzkissen, die Heizung rechtzeitig vor Beginn des Gottesdienstes anmachen,
der Blumenschmuck auf dem Altar, die Kerzen, das Aufschlagen der Bibel, das Hinrichten des Abendmahlgeschirrs
oder des Taufgeschirrs wenn es benötigt wird, den Talar für Pfarrer Wielandt hinrichten, die Glocken läuten, wenn
beim Gottesdienst das Vater Unser gebetet wird. Eine ganze Menge Arbeit. Sie erklärte uns auch, dass die Glocken
beim Vater Unser deshalb läuten, damit die Kranken, die zu Hause sind und nicht am Gottesdienst teilnehmen können, wissen, jetzt beten sie in der Kirche das Vater Unser, jetzt kann ich mit beten.
Dann zeigte sie uns die Sakristei und erklärte uns was in den Schränken ist. Ganz besonders faszinierte
die Kinder das große Bild über der Eingangstür mit Pfarrer Carl Peter in der Mitte. Das Foto ist 100 Jahre alt.
Auf den Tisch in der Sakristei hatte Frau Friese das Geschirr für das Abendmahl und für die Taufe bereit gestellt
und erklärte nun den Kinder wofür und wie es benutzt wird. Die silbernen Krüge und Teller beeindruckten die Kinder
sehr und wir hörten, dass es auch zu den Aufgaben von Frau Friese gehört, diese Sachen immer wieder mal zu putzen
und zu polieren, damit sie immer so schön bleiben.
Jetzt wollten wir aber noch auf den Turm der Kirche. Frau Friese ging voran und wir stiegen wieder die Treppe
zur einen Seitenempore hoch, aber es ging noch weiter. Aus den Steintreppen wurde eine Holztreppe, die uns durch
eine Holztür immer weiter in die Höhe führte. Überall hatte es Spinnweben und war es staubig. Bis ganz nach oben,
zum Glockenturm , konnten wir leider nicht, denn dazu fehlten uns zwei starke Männer, die die Falltüre
aufhalten würden. Ein paar Kinder aus der ehemaligen Spatzengruppe konnten sich aber noch gut dran erinnern wie
das war, als wir schon einmal da oben waren. Auf jeden Fall konnten wir aber auf das Gewölbe der Kirchendecke
steigen und diese nun von oben begehen. Das war schon ein seltsames Gefühl. Es begeistere die Kinder einerseits
und andererseits hatten manche ein mulmiges Gefühl und waren froh, als sie wieder den Weg nach unten antreten
konnten. Aufs Höchste beeindruckt waren wir alle auf jeden Fall.
Unten angekommen bedankten wir uns herzlich bei Frau Friese, verabschiedeten uns und machten uns auf den
Weg zurück zum Kindergarten.


Und alles was wir nun wissen, wollten wir natürlich an Andere weitergeben. Deshalb
haben wir unsere Eltern, Großeltern, die Kinder vom Waldkindergarten und andere Stafforter Leute am 11.
und 13. März eingeladen in die Stafforter Kirche zu kommen, um Ihnen das alles zu erzählen und zu zeigen,
mit Ihnen zu singen und zu beten. Am Donnerstag hatte sich auch Pfarrer Wielandt Zeit genommen, um uns
zu erzählen was es mit den Verzierungen an den Wänden, beim Altar und an der Decke auf sich hat. Er hat
uns auch erklärt was unter der weißen Farbe wieder zum Vorschein kommen soll, wenn die Kirche restauriert ist. 
Als wir uns am darauf folgenden Dienstag nach der musikalischen Früherziehung wieder
im Delfinzimmer trafen erhielten wir alle eine Urkunde, weil wir bei diesem Projekt so gut mitgemacht haben.

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