Das Jahresthema der Spatzengruppe!

Mit meinen Augen sehe ich, sehe ich die Welt um mich...

...und mit allen vier anderen Sinnen haben wir sie in diesem Kindergartenjahr wahrgenommen!
Ziel war es, den Kinder zu ermöglichen durch Tasten, Schmecken, Riechen, Sehen und Hören ihre Sinne zu entwickeln, zu schärfen und zu schulen. Sie sollten die Bedeutung und Leistungen der Sinne erfahren und üben differenziert zu benennen. Das Zuordnen, welches Organ für welche Sinneswahrnehmung zuständig ist war ein weiteres Ziel.

Begonnen hat alles mit dem Tastsinn - dem Fühlen. Unter anderem fanden die Kinder genaue treffende Worte, um zu beschreiben wie sich etwas anfühlt, z.B. hart, rau, weich, feucht, zart, warm…. Es wurden aus Schuhkartons Fühlschachteln mit verschiedenen geheimnisvollen Inhalten hergestellt. Die Haut als unser größtes Sinnesorgan wurde genau betrachtet und beschrieben.
Beim Spaziergang wurde die Rinde der verschiedenen Bäume ertastet, gefühlt und beschrieben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wir schmecken und riechen den Herbst war der zweite Teil. Hier standen Geschmacksübungen mit Obst und Gemüse auf dem Plan. Es wurden süße Kartoffelhörnchen gebacken und eine würzige Kartoffelsuppe (Klarasuppe), aus selbst geernteten Kartoffeln, gekocht. Dem Märchen vom Kartoffelkönig lauschten die Kinder mit großen Augen und anschließend wurde dieser als Kartoffeldruck aufs Papier gezaubert.
Für die Vorschulkinder bot sich ein Übungsblatt zum Thema Obst und Gemüse an.

Riechen und Schmecken konnten die Kinder auch noch in der Advents- und Weihnachtszeit: Der Duft von Tannen - und Fichtenzweigen, von Bienenwachs, von Heu und Stroh erfüllten den Gruppenraum. Auch ein Orangenigel mit Nelken bestückt durfte nicht fehlen. Selbstgenähte und gefüllte Lavendelsäckchen waren ein schönes Mitbringsel für zu Hause.

Als der Frühling kam gingen die Kinder mit offenen Augen durch die Welt, um all die schönen bunten Farben des Frühlings zu sehen. Wir schauten uns genau an wie unsere Augen aufgebaut sind und funktionieren. Die Geschichte der Helen Keller, die weder sehen noch hören konnte beeindruckte die Kinder sehr. Sie bastelten Brillen, die mit bunter Folie beklebt waren und schon sah die Welt rosa oder himmelblau aus.
Essen "blind" mit verbundenen Augen war ein Höhepunkt und für die Kinder eine ganz neue Erfahrung. Im Stuhlkreis mit verbundenen Augen durch Ertasten den Freund zu erkennen war nur eines der Spiele, bei denen den Kindern klar wurde wie wichtig das Sehen für uns Menschen ist.

Am Ende des Kindergartenjahres sind wir nun beim Hören angelangt. Das nicht die Ohrmuschel, die wir sehen zum Hören ausreicht, sondern sich dahinter noch viel mehr verbirgt erfuhren die Kinder bei verschiedenen Gesprächen. Mit geschlossenen Augen verschiedene Geräusche und Töne erkennen und zuordnen war eine Sache. Eine andere war, beim Hörmemory zwei gleiche Geräusche erkennen ein andere. Ein eigenes Hörmemory herstellen war ebenso interessant wie die rhythmischen Übungen mit den Klanghölzern, wo es um laut und leise ging.
Natürlich wurden auch Lieder gesungen, Geschichten gehört, Experimente gemacht, ebenso wie Biblische Geschichten, Fingerspiele, Kreisspiele und vieles andere mehr passend zum Projekt.
Auch die Feste des Jahreskreises waren in das Thema eingebunden.
Die Vorschulkinder stellten ein Faltbuch mit der Geschichte vom Zauberer her, bei dem es ebenfalls darauf ankam genau hinzuhören und hinzusehen.

Passend zum Thema führte uns unser Gruppenausflug mit der Stadtbahn von Untergrombach aus nach Bruchsal. Im Bruchsaler Schloss befindet sich das Deutsche Musikautomatenmuseum. Hier wurden wir fachkundig geführt und erfuhren Vieles über die Musikautomaten vergangener Zeit. Es war faszinierend für Kinder und Erzieherinnen zu erleben, welch herrliche Musik man aus einem einfachen "Holzkasten" zu hören bekam. Ein Klavier spielte Walzer, ohne dass ein Pianist in die Tasten griff. Der Bogen strich wie von Zauberhand geführt über die Violinen und die Musik, die zu hören war verführte die Kinder zum Tanzen, ebenso wie der große Musikautomat, an dem man sieben verschiedene Instrumente sehen und hören konnte und es doch keine Musikanten gab. Ein Stummfilm von "Dick und Doof" zu dem unsere Museumsführerin selbst die passenden Töne und Geräusche (Autohupe, Fahrradklingel, etc.) machen musste brachte uns alle zum Lachen. Das Vesper, das wir während eines Regenschauer, in der Schlosskirche aßen schmeckte uns ebenso gut, wie das Eis, das wir uns in einem nahe gelegenen Eiscafe kauften.

Ein weiterer Ausflug führte nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern und Erzieherinnen ins Labyrinth der Sinne, einer Ausstellung im Schloss Neuenbürg. Hier wurden noch einmal alle fünf Sinne gefordert und alle Beteiligten erlagen der Faszination der optischen Täuschungen, der Klangschale, die mit Wasser gefüllt war und den Zerrspiegeln, die einen mal dick oder dünn oder auf dem Kopf stehend wiedergaben. Es war interessant zu beobachten, wie hochkonzentriert mancher Papa regungslos vor einem dreidimensionalen Bild saß und sich anstrengte etwas zu erkennen. Der krönende Abschluss bildete das Dunkellabyrinth, bei dem man in eine rabenschwarze Nacht eintauchte und das einem mal links mal rechts herum immer an der Wand entlang tastend, dabei seltsame Dinge berührend mit Herzklopfen zum Ausgang führte. Gingen die Kinder beim ersten mal mit Mama oder Papa an der Hand, trauten sich ganz mutige dann ein zweites oder sogar drittes mal alleine hindurch. Das anschließende Picknick im Schlosspark rundete bei strahlendem Sonnenschein den Nachmittag ab.