Singspiel unserer Kiddy-Kids
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Jona und dem Wal? Zumindest eine dunkle Erinnerung daran, die Geschichte schon einmal vor (sprechen wir lieber nicht davon wie vielen) Jahren im Kindergarten oder im Religionsunterricht gehört zu haben, dürften die meisten noch haben. Aber so ganz genau… hmmm… wie war das doch gleich? Die Diskussionen beginnen eigentlich schon bei der Frage, von was denn nun Jona verschlungen wurde. Die Bibel spricht von einem "sehr großen Fisch". Aber Wale sind bekanntlich keine Fische. Was war's denn nun? Einigen wir uns ganz diplomatisch auf "Walfisch". Aber warum das Ganze? Wieso ist Jona im Wasser? Und was ist überhaupt geschehen?
Jetzt mal langsam und der Reihe nach. Unsere Kiddy-Kids wissen das alles nämlich ganz genau. Und sie haben die Geschichte beim FeierAbendGottesdienst am 16. Juli erzählt.
Mehrere Monate liefen die Vorbereitungen für diesen ganz besonderen Abend. Die Chorleiterin Iris Wielandt machte sich schon lange Gedanken, wie das alljährliche Highlight der Kiddy-Kids aussehen könnte. Dieses Jahr gestaltete sich dies von den Rahmenbedingungen her nicht so einfach, weil die Kirche derzeit ja wegen der Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht. Im Gemeindehaus ist es zu eng für ein aufwändiges Musical mit großen Kulissen, wie wir es bereits mehrfach in den letzten Jahren genießen durften. Daher kam die Idee, die Kulissen durch gemalte Bilder zu ersetzen und diese, passend zu den jeweiligen Szenen, an die Wand zu projizieren. Dafür wurde dann einen ganzen Samstagnachmittag lang mit Feuereifer gemalt. Wunderschöne Bilder sind dabei entstanden - unsere Kiddy-Kids sind nicht nur tolle Sänger, sondern auch talentierte Zeichner! (Schade, dass wir die Bilder hier nur in schwarz/weiß wiedergeben können - aber schauen Sie mal auf unserer Homepage vorbei, dort finden Sie alle Bilder in farbiger Pracht.) Parallel dazu wurden von Iris Wielandt verschiedene Lieder ausgewählt und diese zu einem ganz eigenen Singspiel über die Geschichte von Jona zusammengestellt. Und wenn wir jetzt mal die monatelange Probenzeit ganz einfach überspringen, dann kann's auch schon losgehen.
Begonnen hat das Singspiel mit dem Lied "Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen" - eine Zusage, die Hoffnung macht, egal was uns erwartet:
Die Rolle des Erzählers übernahm Markus Simon. Zwischen den Liedern der Kiddy-Kids berichtete er von den Geschehnissen vor langer, langer Zeit.
Da war also Jona. Ein Prophet in Israel. Und da war Ninive, eine Stadt, in welcher es viele böse Menschen gab. Eines Tages sprach Gott zu Jona: "Geh nach Ninive und warne die Menschen. Sage ihnen, dass ich sie bestrafen werde, wenn sie sich nicht ändern." Aber Jona fürchtete sich vor den Menschen in Ninive und schimpfte: "Wieso ich? Mich geht das nichts an. Immer muss ich das Unangenehme erledigen!"
Und weil unsere Kiddy-Kids diese Situation so gut aus dem eigenen Alltag kennen, schmetterten sie mit Inbrunst:
Jona hielt überhaupt nichts davon, Gottes Auftrag zu erfüllen. Er hatte Angst um sein Leben und rannte fort. Aber nicht nach Ninive, sondern in die andere Richtung: zum Meer. Dort lag ein Schiff im Hafen, das gerade zur fernen Stadt Tarsis in Spanien aufbrechen wollte. Auf diesem Schiff fuhr Jona mit. Von seiner Flucht erschöpft, verkroch er sich unters Deck und schlief sofort fest ein.
Plötzlich zog ein Unwetter heran. Der Himmel färbte sich schwarz. Der Sturm brauste, die Wellen peitschten haushoch über das Schiff hinweg, dass es nur so krachte. Die Seeleute schrien vor Angst. Jona wurde geweckt. Und er ahnte den Grund für das Unwetter. Er gestand, dass er gerade versuchte, vor Gott davonzulaufen. |
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Die bedrohliche Szene auf dem Schiff, die Angst der Seeleute und das weitere Geschehen an Bord wurde von den Kindern im Lied veranschaulicht:
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Sie spritzen und spritzen,
sie wachsen und wachsen
so groß wie ein Haus!
"Wo bist Du, oh Herr?
Wer hilft uns im Sturm?"
"Er ist noch am Schlafen.
So weckt ihn doch auf!"
"Warum habt ihr Angst?
Schmeißt mich doch hinaus."
Sie packten ihn fest.
Er landet im Meer.
Die Wellen gehorchen,
sie schwinden und schwinden,
ganz glatt wird das Wasser,
die Sonne geht auf.
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Jona kämpfte im Wasser um sein Leben. Als seine Kräfte schwanden, versank Jona immer tiefer im Meer. Er sah noch das Maul eines riesigen Fisches vor sich auftauchen, dann wurde es dunkel um ihn.
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bevor Jona versinkt,
der holt ihn aus dem Wetter
und wird zu seinem Retter.
Gott hat den Fisch geschickt
im letzten Augenblick!
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Als Jona wieder zu sich kam, war es dunkel um ihn und sehr eng. Aber voller Dankbarkeit für seine Rettung vor dem Ertrinken begann er zu singen:
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obwohl ich mich verdrückte,
sing ich im Fisch mein Dankgebet,
denn meine Rettung glückte.
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Nach drei Tagen spuckte der Fisch Jona an einer Küste wieder aus. Da sprach Gott noch einmal: "Jona, geh nach Ninive!" Und diesmal gehorchte Jona. Er lief los und staunte, als er die Stadt vor sich sah. Sie war größer und schöner als alle Städte, die er bisher gesehen hatte. Doch als er hinein ging, sah er rasch, dass man hier nicht friedlich leben konnte. Warum nicht, das wurde der Gemeinde dann auch ganz schnell klar, als die Kiddy-Kids ihren Ninive-Rap durch das Gemeindehaus schmetterten:
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eine Stadt der Superklasse,
denn wir sind hier gut bei Kasse!
Uns geht's toll. Juche!
Hier, hier, hier in Ninive.
Böses tun und immer lügen,
hier mal stehlen und betrügen,
keinem Fremden etwas geben,
nur auf seine Kosten leben.
Geiz ist geil und Geld ist Geld,
weil bei uns nur der
Wohlstand zählt.
Wer nichts hat, hat nichts zu hoffen,
fühlen uns durch nichts betroffen.
Nehmen uns, was uns gefällt,
beuten aus die ganze Welt.
Leben in den Tag hinein,
was könnt' da noch schöner sein?
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Und wenn Sie es nicht weitererzählen, so verrate ich Ihnen jetzt ganz exklusiv das Geheimnis, dass dieser Rap von Iris Wielandt selbst getextet und zusammengestellt wurde! Wie viel Spaß die Kinder an dem Rap hatten, das war ihnen deutlich anzuhören. Und der ein oder andere Fuß der Zuhörer wippte begeistert zu den Trommelrhythmen von Mirjam auf und ab.
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Aber weiter in unserer Geschichte: Mit zitternden Knien, aber wild entschlossen, stellte sich Jona auf den Marktplatz und schrie in die Menge, was Gott ihm aufgetragen hatte: "Es sind noch vierzig Tage, dann wird Ninive untergehen, spricht Gott!" Die Menschen waren sehr erschrocken, als sie das hörten. Betroffenheit und Reue zeigte sich auf ihren Gesichtern. Der König befahl allen: "Lasst euer Streiten, Schlagen, Stehlen und Morden! Betet zu Gott, dass er noch einmal das Unglück von uns abwende!" Und alle, die in Ninive wohnten, folgten dieser Aufforderung.
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Jona baute sich eine Hütte in der Nähe der Stadt und wartete darauf, dass Gott die Stadt zerstören würde. Aber es geschah nichts. Ninive stand auch nach vierzig Tagen noch in voller Pracht. Darüber ärgerte sich Jona sehr. Er wollte, dass die Menschen bestraft würden und er klagte Gott an: "Ich hab's mir ja gleich gedacht! Du tust ja doch nicht, was du gesagt hast. Und mich hast du hierher geschickt und blamiert. Warum hast Du das gemacht?" Die Kiddy-Kids konnten den Zwiespalt nachvollziehen:
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Er sah, die Stadt bereut.
Er will die Stadt belohnen,
lässt Ninive verschonen.
Weil Jona nichts versteht,
nimmt er sein Zeug und geht.
Schon anfangs wollt er fliehen,
warum hat Gott verziehen?
So betet er zu Gott
und wäre lieber tot.
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Gott ließ eine Rizinusstaude wachsen und Jona freute sich über den Schatten. Aber am nächsten Morgen waren die Blätter welk. Und Jona schimpfte erneut mit Gott: "Zuerst schenkst du mir eine Pflanze, die mir Schatten spendet, und dann nimmst du sie mir wieder weg."
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doch Ninive wog sehr viel mehr.
Bei hundertzwanzigtausend Leuten,
was kann ein Rizinus bedeuten?
Gott hört auch,
wenn die Heiden beten,
und so beschämt er den Propheten. ![]()


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Und das haben doch jetzt alle verstanden, oder? Die Kiddy-Kids haben es erklärt: Jona jammerte um eine verdorrte Pflanze. Aber die vielen Menschen in Ninive taten ihm nicht leid? Wollte er ernsthaft mit ansehen, wie alle sterben? Nein, Gott liebt die Menschen und er vergibt ihnen. Er ist geduldig und barmherzig mit seinen Menschen. Mit den Menschen aus Ninive, die ihr Leben geändert haben; mit Jona, als er davon laufen wollte und in dem großen Fisch war; und ebenso mit UNS. Die Kiddy-Kids sangen uns Gottes Zusage noch einmal zu:
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mit seiner Güte segnen!
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Eine wundervolle Aufführung unserer Kiddy-Kids ging nach einer knappen halben Stunde zu Ende. Und es war wieder einmal eine rundum gelungene Darbietung, bei der alles stimmte. Die kleinen Sängerinnen und Sänger begeisterten und verzauberten mit ihren Liedern, deren Inhalt von Gesten untermalt und verdeutlicht wurde. Die mitreißenden Lieder waren, wie wir es mittlerweile von den Kiddy-Kids gewohnt sind, strophenweise solistisch besetzt. So hatte fast jedes Kind die Möglichkeit, den Eltern und Freunden und natürlich der ganzen Gemeinde zu zeigen, was es in den vergangenen Monaten gelernt hat. Und da gehört ganz schön viel Mut dazu, vor einem großen Saal voller Menschen zu singen - alle Achtung! Margarita Rempel begleitete die Lieder am E-Piano und faszinierte einerseits durch ihre einfühlsame Zurückhaltung gegenüber den Gesangsdarbietungen der Kinder und andererseits durch ihre außerordentliche Virtuosität an den Tasten, welche in den Vor- und Nachspielen mit spürbarer Leidenschaft zum Vorschein kam. Grandios auch Markus Simon, der mit seiner umwerfenden Erzählweise die Zuhörer in seinen Bann zog. Und all das wurde zusammengestellt, einstudiert und koordiniert von unserer Chorleiterin Iris Wielandt, die in dieses Singspiel wieder einmal unglaublich viel Zeit, Arbeit und noch mehr Herzblut hineingesteckt hat. Es hat sich gelohnt! Die Freude und Begeisterung, die mit einem solchen Projekt in den Kindern geweckt wird, strahlt auf die ganze Gemeinde aus. Eine großartige Leistung und ein großartiges Ergebnis - und eine wundervolle Bereicherung für unser Gemeindeleben! Und dass es ankommt, das war deutlich zu erkennen - spätestens beim nachfolgenden Gemeindekaffee des Fördervereins, bei welchem man immer wieder jemanden gedankenversunken eine Zeile aus einem der einprägsamen Lieder des Singspiels vor sich hin summen hörte.
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Nicole Barié
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